Entlang der Teufelsbrücke (1405m)

Im Land der Eidgenossen gibt es immer wieder etwas zu bestaunen. Wer mit seiner Familie eine etwas ruhigere Tour absolvieren möchte, der ist an der Teufelsbrücke genau richtig. Für Kinder ist es sehr leicht.
An der Straße zwischen Göschenen und Andermatt im Kanton Uri, dort wo sich die Straße hoch schlängelt, liegt rechts ein kleiner Parkplatz. Es weht immer ein kräftiges Lüftchen, warme Bekleidung sollte auch bei hochsommerlichen Temperaturen sofort bereit liegen.
Dort wo wohl eine Ziege den Teufel von der Brücke gestoßen haben soll befindet sich die Teufelsbrücke. Urner Bewohner sollen mit dem Teufel ausgehandelt haben, das er ihnen eine Brücke über die Schlucht baut. Doch der Teufel wollte dafür wie so oft eine Gegenleistung, die Seele von jenem der als ersten über die Brücke schreitet. Die Bauern ließen sich erst einmal die Brücke bauen. Einem pfiffigen Bauern kam die Idee, als erstes seinen Ziegenbock über die Brücke zu schicken. Gesagt getan und den Teufel überlistet. Aber auch unterhalb der Teufelsbrücke steht ein Denkmal, das zu Ehren von General Graf Suwerow. Es ist das sogenannte Russendenkmal. In der Gegend um die Teufelsbrücke kam es am 25. September 1799 zu einer Schlacht zwischen den Russen und den Franzosen mit ihrem Anführer Napoleon. Für die 700 gefallenen Russen steht seit 1898 das 28 Meter hohe Denkmal. Auf diesem Denkmal weht die russische Fahne, denn es ist russisches Hoheitsgebiet. Kyrillische Buchstaben sind für ehemalige DDR Bürger kein Problem, vorausgesetzt man war im Russischunterricht nicht nur Kreide holen. Auch Eisenbahnfans kommen auf ihre Kosten. Unmittelbar neben dem der Teufelsbrücke schlängelt sich die Zahnradbahn nach Andermatt hoch. Beim fotografieren muß man schnell sein, von einem Felsentor geht es in das nächste. In der unterhalb der Brücke stehenden Hütte gibt es für alle Sammler Stocknägel. Die auf die Gebäude gemalten Bilder mit Ziegenbock und Teufel sind eine Augenweide.
Ich kann es euch ja jetzt verraten, auch ich habe einen kleinen Stein in die tosende, ja brüllende, Reuss geworfen.
Ursprünglich erwägten wir eine Radtour von Wassen (916m) über Göschenen (1106m) vorbei an der Teufelsbrücke (1405m) nach Andermatt (1447m). Doch der Autoverkehr auf diesem Stück Straße mit seinen vielen unübersichtlichen und teilweise schmalen Überbauungen oberhalb von Göschenen ist unwahrscheinlich gefährlich. Tagsüber schlängelt sich die Karawane der Luftverpester, Auto an Auto, ins Land der Urner. Sollte es jemand doch in Erwägung ziehen, unbedingt Vorder-und Rücklicht mitnehmen!!!
Hat man sich zu einem Ruhetag vom Sport entschlossen und will nur „etwas“ Kultur machen, empfiehlt sich neben der Teufelsbrücke auch ein Besuch von Luzern. Das Verkehrshaus, Europas größtes Verkehrsmuseum hatte Eisenbahnfan Frank schon lange im Visier. Auch Eric begeisterte sich im Laufe der Besichtigung. Ob in der Grube unter einer mächtigen Dampflok oder am Formel 1 Simulator. Eric fuhr in diesem ausgedienten Formel 1 Rennwagen auf der Rennstrecke auf dem Computer Tagesbestzeit. Ob Lokomotive, Einbaum, der Ballonkapsel vom Breitling Orbiter 2 oder der Swissarena kommt jeder auf seine Kosten. Letztere, die Swissarena, ist eine mit Pantoffeln begehbare 3D Karte der Schweiz. Wir haben circa fünf Stunden für die Besichtigung aller Hallen und Bereiche benötigt, das sollte man schon einplanen. Ein Muß ist in Luzern noch die Besichtigung der im Mittelalter erbauten Kapellbrücke. Auch wenn das Original 1993 den Flammen zum Opfer fiel, der Nachbau ist genau so beeindruckend. Anfangs fotografierte ich noch die herrlichen Deckenbilder, als mir jemand sagte es seien über 50, begrenzte ich meine Aktivitäten. Auch hier gibt es Stocknägel. Aber seht selbst, ein Ruhetag auf den Spuren der Museen und Attraktionen der Eidgenossen kann auch sehr anstrengend sein.

Viel Spaß bei eurer Tour